Es war mal wieder soweit: Stephi hat eingeladen zu einer Bootstour mit Grillen auf einer Insel. Wir sollten auf keinen Fall Sonnencreme, Kopfbedeckung usw. vergessen, weil es laut Wettervorhersage richtig schön und warm werden sollte. Stimmte auch. Doch wie es beim Hüttenwochenende war, kam alles etwas anders. Dabei möchte ich hier noch einmal ausdrücklich betonen, dass es mir riesen Spaß gemacht hat! Ohne jegliche Ironie!
Mit dem Stadtbus ging es auf die Wolfsinsel (ulvøya), wo wir durch Wald und am Fjord entlang zum Liegeplatz des Motorbootes gekommen sind. Es hat uns jetzt keine Stingray oder anderen Hochgeschwindigkeitsgefährt erwartet, sondern ein solides Holzboot, bei dem der Motor so wie Opas MAN-Traktor klingt. Also, etwas auf das man sich in jedem Fall verlassen kann und das optisch auch sehr gemütlich aussieht – norwegisch halt. Damit ging es hinaus auf den Fjord, vorbei an Inseln, Segelbooten, Tankern die verseuchte Erde im Fjord abladen hin zu Langøya, wo sich viele am Strand und an den Felsen gesonnt haben. Letztes Wochenende war ich schon dort und es kam mir dort schon wie das „Mallorca von Oslo“ vor. Es wird viel gefeiert, getrunken, gegrillt. Kein so wirklich gemütlicher Ort, wenn man seine Ruhe möchte. Nach einer Runde um die Insel legten wir an einem Felsen an, in einem ruhigeren Teil der Insel. Wir hatten mit unseren Grills Sicht auf Oslo, über dem gerade ein kleines Gewitter herzog. Wir hatten noch gefachsimpelt, wohin das Gewitter zieht, bis wir das Fleisch auf dem Grill hatten. Dann kam das Gewitter auf uns zu und begann zu regnen. War ein perfektes Timing! Wir haben wie die Wilden den Grill verpackt, alles Essen und die Decken zusammengesucht. Der Wind wurde stärker und es regnete mehr und mehr. Wir hatten alles schnell zum Boot gebracht und hatten dann das Problem, dass die Wellen das Boot in den Fjord zogen. Wir mussten zu zweit das Boot an die Felsen ziehen, damit wir an Bord konnten. Dann hatten wir noch ein kleines Problem mit dem Anker, aber nach wenigen Minuten waren wir auf dem Weg zurück zur Wolfsinsel. Das Boot wurde heftig durchgeschüttelt und der Regen prasselte gegen das Deck. Wir hatten kleinere Probleme mit der Sicht und manche hatten Probleme mit dem Seegang. Später hörten wir, dass es in Oslo selbst riesige Problem mit überfluteten Straßen gab. Die Lokalzüge hatten Verspätungen vermutlich wegen des Gewitters. Alles in allem ein Samstag, der ganz anders geplant war. Dass Oslo langweilig ist, kann niemand behaupten und ich freu mich schon auf die nächste Bootstour – wirklich! :o) Wenn es die Kanu-Fahrt wird, dann werde ich mal ne Flasche Wasser einpacken – wer weiß in welcher Wüste wir landen ;o)