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Tag 24 (Mittwoch, 17. Oktober 2007)

Ikke drikk vannet i Oslo (Trink nicht das Wasser in Oslo)!

sunny

Ihr merkt, es wird hier Norwegischer. Ich lerne auch schon ein bisschen selbst vor mich hin, was mich jedoch nicht vor ITlern schützt. Ich bring ihn auf jeden Fall noch zum Lachen, hehe. Seit heute hat Oslo einen neuen Bürgermeister nach wochenlanger Diskussion und Uneinigkeit zwischen den Parteien. Und wo der da ist, dachten sich Giardia-Parasiten, sie kommen auch noch. Vielleicht haben sie ja für den Bürgermeister gestimmt und machen es sich hier jetzt richtig gemütlich? Keiner weiß was Genaues. Es sollen vielleicht die gleichen Typen sein, die 2004 eine kleine Magenepidemie ausgelöst haben, aber niemand kann etwas genaues sagen. Wir kochen das Wasser jetzt ab (auch wenn niemand sagen kann, ob das wirklich hilft) und die Wasserflaschen in der Kantine sind gerade richtig begehrt. Nicht mal Zähneputzen soll man mit dem Leitungswasser. Bis jetzt hat es uns nicht umgehauen, auch wenn die Besucher schon seit letzter Woche hier Urlaub machen. Hoffentlich ist es auch nur ein kurzer Städtetrip! Im Büro haben wir hochgerechnet, dass wir ca. 20 bis 30 Liter pro Person Wasser getrunken haben, seitdem die Parasiten hier sind. Lecker! Nachdem ich Frank Schätzings „Der Schwarm“ gelesen habe, musste ich doch zweimal schlucken, als ich vom Parasitenbefall gehört hatte. Mensch, und das war heute früh und ich hatte noch nicht mal den ersten Kaffee ausgetrunken! Tja, so schnell legt man eine ganze Stadt lahm.
Zufälligerweise – es hatte wirklich nichts mit den Parasiten zu tun – hatte ich mich heute wegen Versicherungen erkundigt. Ich stieß erst auf Unverständnis und dann auf Erstaunen. Haftpflichtversicherung? Gibt’s nicht. Ich soll wegrennen, wenn was passiert. Das war jetzt nicht so beruhigend, aber es scheint die Versicherung hier wirklich nicht zu geben. Dafür sind eine Menge Versicherungen über den Staat und die Firma abgedeckt, sodass ich nur noch eine private Hausratsversicherung brauche, die auch so gut wie nichts kostet. Jetzt ist mir auch klar, warum alle vorher so auf diese Hausratsversicherung erpicht waren. Wenn hier was kaputt geht, dann zahlt die nämlich. Seltsames System, das aus deutscher Sicht doch etwas unlogisch ist (wieso zahlt meine Versicherung, wenn der andere Schuld ist?!), aber man kann sich daran gewöhnen.
Die nächsten Tage (hoffentlich nur am Montag) bekomme ich noch etwas Freilauf. Ich sollte mich nämlich beim Einwohnermeldeamt melden und auch eine Steuerkarte beantragen. Eigentlich dachte ich, dass die automatisch bei der Arbeitsgenehmigung mit dabei ist. Dem ist nicht so. Das hatte der Portugiese auch erst sehr spät erfahren. Also gibt’s Montag Ämtergang mit meiner Betreuerin von der Relocation-Agency. Stutzig hatte mich der Anruf aus der Verwaltung gemacht: „Stefan, Saturday is salary day. But you won’t get anything. You know that?“ Natürlich hatte ich es nicht gewusst. Zum Glück gibt’s nen Vorschuss und nachdem ich seit heute mit meiner Bank-Identifikations-besseralsAusweisundReisepasszusammen-mitderichabernurvon8bis17UhrkostenfreiGeldabhebenkann-Alleskönner-Karte (ja, hier haben selbst die Bankkarten so was wie Öffnungszeiten) auch Geld abheben kann, bin ich gut versorgt.
Hui, heute ist es ja mal richtig viel. Naja, aber ich möchte noch erwähnen, dass ich an der Goldquelle Oslos arbeite. Ja, „an“, nicht „in“. Und zwar ist das die Straße hinter dem Gebäude. Dort ist Parkverbot, aber das Schild ist wohl zu gut versteckt als dass man es sehen könnte. Es geht dort schon seit Jahren so, dass täglich über 10 Autos erwischt werden. Die Einnahmen an dieser Straße liegen schon bei etlichen Millionen Kronen, nur zur Straße sind sie nie zurückgekommen. Sie sieht schon etwas böse aus. Trotzdem stellen auch Wiederholungstäter ihre Autos dorthin. Entweder muss die Parkplatzsituation wirklich übel sein, oder es schnallen manche einfach nicht. Zum Glück habe ich kein Auto hier.

Posted by stef_d 10:49 PM Archived in Norway

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