A Travellerspoint blog

Dienstag, 1. Januar 2008

100 Tage Auswanderer

overcast 0 °C

Ja, ich habe mir das Datum nicht ausgesucht, aber es kommt genau hin. Und wo war ich? In Deutschland. Aber nur zum Urlaub! Es war der letzte Tag meines Weihnachtsurlaubs aufm Wald. Nach hektischem Kofferumpacken – ich hatte 20kg zuviel eingepackt, weil die neuen Koffer einfach viel zu einfach vollzupacken sind – haben wir es mehr als pünktlich zum Züricher Flughafen geschafft. Das Handgepäck war fast so schwer wie der Koffer, obwohl der Koffer dreimal so groß war, hehe. Das letzte Übergewicht von 4kg haben wir bezahlt und nachdem die etwas verpeilte Swiss-Angestellte den Koffer dann doch durchgelassen hat, konnten meine Eltern und ich nen Kaffee trinken. Richtig Ruhe hatten wir nicht, weil das Cafe auch zumachte. In fünf Minuten hieß es. Deshalb durften wir nicht vorne hinsitzen. Erfolgreich hat die Angestellte in erbrochenem Schwiizerdütsch alle Gäste vom Eingangsbereich vertrieben. Nach ner dreiviertel Stunde haben wir den Kaffee getrunken – und das Cafe war immer noch offen. Kein Wunder, dass die Schweizer Uhren so präzise laufen, wenn sie so langsam laufen.
Nach einer halben Stunde Abflugverspätung kam ich ohne Probleme in Gardermoen an. Bis ich dann in Oslo am Zentralbahnhof stand, war es 23:45. Ganz knapp hab ich die T-Bane verpasst und durfte noch 20 Minuten warten, weil der Automat keine Karten nimmt und mein Geld nicht für ne Monatskarte gereicht hat. In Norwegen kann man alles mit Karte zahlen, aber diese Automaten fressen die immer noch nicht. Zum Glück wird das bald umgestellt. Um 1 Uhr lag ich dann auch im Bett.
So, welches Fazit zieh ich denn nach 100 Tage Norwegen? Dafür, dass ich noch nie vorher hier war, kein Wort der Sprache kannte und voll nen Schuss ins blaue gewagt habe, find ich es hier toll. Mittlerweile kann ich Nachrichten lesen und hören und ich bekomme von Unterhaltungen grob das Thema mit (sofern ich grob einen Anhaltspunkt habe und glücklicherweise auch die Vokabeln schon kann). Bisher bin ich nicht verhungert, und ich brauch kein Wörterbuch mehr im Supermarkt. Im Geschäft kann ich auch nicht klagen. Sicher ist es manchmal stressig, manchmal weniger. Es ist halt auch einfach eine Arbeit und kein Wunder. Im Großen und Ganzen kann ich aber mehr machen als ich vorher dachte, die Kollegen helfen mir mit allen meinen blöden Fragen und ich sehe hier auf jeden Fall eine Zukunft. An die norwegische Art muss ich mich sicher noch gewöhnen. Auch wenn es Europa ist, haben sie doch kleine Eigenheiten und Besonderheiten, die aufsummiert doch ein anderes Volk ergeben. Das fängt von der Haltung gegenüber der Familie an, geht über die Haltung zur Arbeit und hört noch lange nicht beim Weggehen auf. Es gibt noch viel zu entdecken, weshalb ich auch erstmal hier bleibe ;o)
Ä guet’s Neu’s od’r öbbe godt nyttår eu alli z’sämme!

Posted by stef_d 2:33 PM Archived in Norway

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