Es ist immer das Gleiche. Es muss wohl ein universales Gesetz sein. Vielleicht sollte man versuchen, das hier als Schnittstelle zwischen zur Relativitätstheorie nehmen, damit man auf die Weltformel kommt? Gut, es geht darum, dass es immer, wirklich immer wenn man weggeht, total stressig ist. Die zwei Tage vor dem Hüttentrip waren nicht ohne und ich war froh, endlich im Auto zu sitzen und irgendwo in Richtung Fagernes zu fahren. Stephanie und Terje haben alles supergut organisiert und ich brauchte eigentlich nur meinen Rucksack packen und die Ski mitnehmen. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich viel zu viel Sachen mit genommen hab. Es sollte ja so kalt sein...
Die Hütte gehört Terjes Eltern und steht mitten im Nirgendwo. Es gibt zwar Strom, aber kein fließendes Wasser. Im Sommer kann man Wasser von einer Quelle oder aus einem Bach holen, im Winter wird Schnee geschmolzen. Da wir erst in der Nacht ankommen, sollte ich mir ein Kopflicht kaufen, damit ich den Weg sehen. Mir wurde gesagt, dass die erste Nacht die kälteste ist, weil die Hütte selbst erst geheizt wird, wenn man dort ankommt – logisch. Deshalb kann man Minusgrade im Inneren erwarten. Jetzt sind die Geschichten noch nicht zu Ende. Man kommt mit dem Auto nämlich nicht zur Hütte, sondern nur auf Langlaufskiern. Das heißt, dass wir alles mit Rucksäcken über eine Strecke von einer halben Stunde zur Hütte transportieren mussten. Bei so vielen Geschichten spielt meine lebhafte Phantasie natürlich noch als Verstärker. Am Ende war es doch nicht so schlimm.
Wir hatten auf dem Parkplatz, auf dem wir das Auto abgestellt hatten, schon richtig Schnee. Es hatte bestimmt noch über einen Meter. Dann mussten wir natürlich auf die Skier wechseln. Zuerst hab ich gemerkt, dass ich in den letzten Wochen mehr auf dem Snowboard gestanden bin als auf den Langlaufskiern. Dazu kam noch das Gewicht des Rucksacks. Im Nachhinein wären Schneeschuhe wohl besser gewesen. Diese halbe Stunde auf Skiern verging wie im Flug – vermutlich weil es es anstrengend war. Hab ich schon erwähnt, dass wir nach der Zeitumstellung gefahren sind und es deshalb noch Hell war? Zumindest anfangs brauchte ich eher Stützräder als ne Kopflampe. Die Kopflampe hab ich zum Schluss gebraucht, als ich bei Dunkelheit dann doch auf Schneeschuhe umgestiegen bin. Wir haben zur Hütte wohl etwas zu lange gebraucht. Die Hütte selbst war doch recht warm, weil den ganzen Tag die Sonne drauf geschienen hat. Das Feuer im großen Kamin hat aber sehr gut geholfen, dass wir uns schnell heimelig gefühlt haben. Die Nacht durch hab ich geschwitzt. Ja... nix mit Frieren! Der Schlafsack ist echt super. Er hat mich schon nach Japan, Kanada, durch Deutschland und auch hier in Norwegen begleitet und ich hab nie gefroren.
Samstag habe ich echt ausgeschlafen und die Ruhe nach diesen stressigen Tagen genossen. Es tat echt gut. Am Nachmittag sind wir auf eine kleine Skitour gegangen, die wegen Neuschnee etwas schwierig war. Es hat nämlich die ganze Nacht zu dem vielen Schnee noch weiter geschneit. Auf der Rückseite hatte es ja schon so viel Schnee, dass man kaum aus den Fenstern gesehen hat. Hinzu kam bei der Skitour noch Wind. Klasse Bedingungen. Am Abend sind wir nach dem Schlittenfahren noch einmal eine kleinere Tour gegangen und die Loipe war recht gut präpariert. Da ging es schon sehr viel einfacher. Am Abend haben wir verschiedene Spiele gespielt und gelesen. Am Sonntag war wieder ausschlafen angesagt, aufräumen und nach Hause fahren. So ausgeruht wie am Sonntag war ich schon lange nicht mehr. Alles in Allem ein super Wochenende, das ich auf jeden Fall wieder einmal machen würde. Vielen Dank an Stephanie und Terje. Tusen takk, det var en kjempefin helg!
Die Hütte mitten im Wald


Wir hatten auch... etwas Schnee

Die Schneeschmelze hat begonnen

In manche Räume kommt man nur mit einer Leiter

"Unendliche Weiten..." oder so später kommt dann die nächste Hütte

Mit einem Lenkrad fühl ich mich dann doch am wohlsten ;o)
