A Travellerspoint blog

Sep 2007

Tag 7 (Sonntag, 30. September 2007)

Der letzte Tag in der Herberge

rain

Das war der letzte Tag in der Herberge. Der letzte Tag, an dem sich Norwegen noch wie ein richtiges Abenteuer und ein Urlaub anfühlt. Ich bin jetzt schon gespannt, wie es sich ändert, wenn ich morgen Abend alleine in meinen vier Wänden bin, wo ich doch gerade jetzt zwei neue Bekanntschaften gemacht habe. Neben dem Deutschen von gestern, Tobias, kam heute noch ein weiterer Deutscher, Daniel, hinzu, der hier in Norwegen Arbeit sucht. Was ich ihm im Job voraus habe, hat er in der Sprache voraus. Ab Morgen Abend werde ich es auch richtig versuchen. Der Liverpooler hatte heute seinen Marathon hinter sich gebracht und ihm war kotzübel danach. Wer sich so was auch antut ;o) Ihr seht, heute ist nicht wirklich viel gelaufen.
Im Internet habe ich Mails geschrieben und noch Dinge nachgelesen, habe gelesen während des Regens, war am Abend noch mal in der Innenstadt unterwegs als es aufgehört hatte zu regnen und jetzt geht’s nach dem langen Telefonat mit meinen Eltern bald ins Bett. Und die sind einfach super, meine Eltern. Ohne sie wäre ich jetzt nicht hier.
Dann verabschiede ich mich für die nächsten Tage von allen chat-wütigen. Ich werde die nächste Zeit gar kein Internet haben und erstmal die wichtigsten Dinge vom Geschäft aus machen. Seid mir nicht böse, es geht grad nicht anders, und ich versuche das so schnell wie möglich zu ändern. Da haben nur leider die norwegischen Behörden auch was mit zu sagen und deshalb dauert das alles ein bisschen.
Was kann ich sonst noch sagen nach einer Woche? Ich hab nen Job, ne Wohnung, die ID-Nummer ist beantragt und Mittwoch werde ich mich in die lange Schlange vor der Polizei einreihen. Ich finde, nen besseren Start kann es fast nicht geben.

Posted by stef_d 12:50 PM Archived in Norway Comments (0)

Tag 6 (Samstag, 29. September 2007)

Wochenende!

rain -17 °C

Das erste Arbeitswochenende in Norwegen – und es regnete! Es regnete den ganzen Tag, ohne Unterbrechung. Das einzige, was sich veränderte, war die Intensität. Sobald man vor die Tür ging, wurde man unweigerlich nass. Also blieb ich die meiste Zeit in der Jugendherberge, habe Emails geschrieben, Geburtstagspost beantwortet, gelesen. Später am Tag bin ich dann doch noch raus, weil die Geschäfte hier anders wie in Kanada nicht am Sonntag geöffnet haben. Und für Samstagabend und Sonntag brauchte ich neben dem Frühstück in der Jugendherberge auch noch etwas anderes zu beißen. Einkaufen in Oslo ist einfach. Man nehme vier Buchstaben, reihe diese aneinander und man erhält nen Supermarkt: Kiwi, Meny, usw. Gestern kam ein weiterer Deutscher auf mein Zimmer, der hier das nächste halbe Jahr seine Master-Thesis schreibt. Da haben wir unsere Email-Adressen und Händi-Nummern ausgetauscht. Da die letzten Tage doch sehr aufreibend waren, bin ich auch so gegen 21:30 ins Bett gefallen und eingeschlafen.
Und bevor ich es vergesse: Happy Birthday Michael! ;o)

Posted by stef_d 8:37 AM Archived in Norway Comments (0)

Tag 5 (Freitag, 28. September 2007)

Geburtstag!

sunny 10 °C

Eigentlich sollte man meinen, dass der Geburtstag einem einen ruhigen Tag bescheren sollte – mit guter Bescherung am Ende. Doch mein Geburtstag verlief irgendwie anders. Früh am Morgen habe ich den Mietvertrag für meine neue kleine norwegische Einzimmerwohnung unterschrieben. Der Vertrag selbst war nur auf Norwegisch, aber der Vermittler hat mir alles erklärt und wenn es Probleme geben sollte kann ich mich bei ihm melden – oder ich melde mich über die Relocation Agency „bei ihm“, hehe. Da mein Vater auch noch so fix war, die Überweisung gleich zu tätigen (mit vielen Telefonanrufen zu mir, weil das alles nicht so einfach ist), kann ich am Montag schon einziehen! Dann heißt es Abschied nehmen vom immer gleichen üppigen Frühstücksbüffet, den Kanadiern aus Edmonton, Marokkanern aus Stockholm, den Briten aus Liverpool und den Australiern aus irgendeinem Bergwerk Downunder, die in der Zeit in der Herberge meine Zimmergenossen waren.
Das heißt dann leider auch, dass ich ab Montag nur noch sehr begrenzt Email-Zugang habe. Vielleicht abends von der Firma aus, aber dann werde ich mich kurz halten und hauptsächlich hier weiterschreiben. Es dauert halt etwas, bis ich mit meiner vorläufigen ID-Nummer Internet und Telefon beantragen kann.
Tagsüber musste ich noch weitere Trainings, eine Vorstellung vor der ganzen Firma beim Mittagessen und das Ausfüllen von Formularen für die Arbeitsgenehmigung hinter mich bringen, bevor ich gegen 19 Uhr das Büro verlassen konnte. Eigentlich wollte ich noch ein YES-Törtchen mit Kerzchen kaufen, doch das habe ich im Supermarkt hinter der Herberge nicht gefunden. Also gab es Billig-Fanta mit Keksen und die Milka-Schokolade von zuhause. Da der Tag schon anstrengend genug war, wollte ich mir nur noch nen Film anschauen oder in meinem Buch lesen, doch der australischen Bergwerkler und der Liverpooler Künstler haben mich mit Diskussionen über Sprachen, Kulturen, Erfahrungen und Pläne über Norwegen wach gehalten. Ich habe auch gelernt, dass die Australier die Goldmedaille im Fluchen haben. Die nehmen wohl auch ein einfaches „Hallo“ zum Fluchen. Es war bisher die angenehmste Gruppe und die beste Unterhaltung hier. Dann habe ich den Film für einen anderen Abend aufgespart.
Von meinem Email-Account wurde ich fast genauso mit Geburtstagsgrüße erschlagen wie von StudiVZ und von Facebook. Ich glaube, wenn ich jede Email einzeln beantworten würde, wäre ich noch einmal nen ganzen Tag beschäftigt. Für manche Glückwünsche musste ich sogar das Norwegisch-Wörterbuch hervorziehen. Mensch, ich kann die Sprache doch nicht! Ich habe mich über jede einzelne Nachricht riesig gefreut und möchte mich hier deshalb bei allen bedanken. Ein Geburtstag ohne Kuchen und Kerzen, der aber an Weihnachten unter der Linde richtig nachgefeiert wird.

Posted by stef_d 2:57 AM Archived in Norway Comments (0)

Tag 4 (Donnerstag, 27. September 2007)

Training

sunny

Der ganze Tag war mit Trainings zugepflastert. Ich hatte so viele Einführungen und Präsentationen, dass ich fast die ganze Firma kenne. Darüber hinaus habe ich noch einen Deutsch-Amerikaner und eine Neuseeländerin kennen gelernt, die seit Montag bei TI arbeitet. Ich bin also nicht der einzige, der so frisch anfängt. Heute bin ich also nur vom Schreibtisch zu einem Besprechungsraum, zum nächsten Büro, dann wieder Besprechungsraum und dann auch noch mal kurz den morgigen Termin mit der Wohnungsvermittlung geklärt. Man hätte es sogar fast als Stress bezeichnen können. Besonders gefreut habe ich mich, dass mein Chef erklärt hat, welche Pläne sie für das nächste dreiviertel Jahr mit mir haben. Es hat sich sehr interessant angehört und ich denke, dass es mir gefallen wird.
Das Problem mit den nicht fahrenden oder falsch fahrenden Trämle ist auch auch gelöst. Seit meinem Bewerbungsgespräch haben sie hier so viel gebaut und bauen noch weiter, dass sie neue Bahnlinien haben, neue T-Bane-Stationen und, und, und. Jetzt habe ich einen neuen, ganz aktuellen Plan, der mir auch gleich einen viel einfacheren Weg zur Arbeit gezeigt hat: ohne Umsteigen und ohne täglichen Stau auf dem Autobahn-Ring.
Heute kam wieder ein neuer aufs Zimmer. Bisher erwische ich immer nur die Schnarcher in dieser Herberge. Wieso eigentlich? Gestern Nacht war schon immer ein rein- und rauslaufen und heute Nacht wird es wohl auch nicht besser werden. Auf jeden Fall kenne ich bald keine Skrupel mehr, meinen Wecker auf 6 Uhr zu stellen und Licht an zu machen.
Meine Pläne für morgen sind die Unterzeichnung des Mietvertrages um 9 Uhr, die Vorstellung vor der kompletten Truppe im Geschäft (die kleinen Selbstvorstellungen auf Englisch kenne ich ja noch gut aus Kanada) und den Tag gemütlich ausklingen lassen. Mal sehen, was ich abends noch mache. Momentan fällt mir nichts ein, was ich hier besonderes an meinem Geburtstag machen könnte. Vielleicht gönne ich mir ja ne Pizza Margarita für 25 Euro?
Apropos Essen: Heute früh habe ich nicht schlecht gestaunt, als sich die Salatbar doch eher zur Fischbar wurde. Die Norweger scheinen hier wohl auch Fisch zum Frühstück zu essen. Ich hebe mir das fürs Wochenende auf, wenn es nicht so schlimm ist, wenn mir schlecht wird.
Und wie ihr seht, schreibe ich immer weniger. So schnell werden die Dinge hier alltäglich, wenn man gleich in den Job plumpst.

Posted by stef_d 11:49 AM Archived in Norway Comments (1)

Tag 3 (Mittwoch, 26. September 2007)

Alltag?

overcast

Der heutige Tag fing fast wie ein Alltag-Tag an: aufstehen, frühstücken, zur Arbeit fahren, arbeiten. Es gab noch viele Kleinigkeiten zu (er)klären und dann war mit Lesen der Tag auch schon fast rum. Ich habe neue Leute kennen gelernt und auf meinem Weg zur Kaffeemaschine sogar ein Törtchen bekommen, das von einer anderen Kaffeerunde übrig war. Ich werde hier also gut versorgt.
Die Wohnung habe ich auch schon. Heute habe ich bei der billigen Wohnung zugesagt. Am Freitag werde ich mich mit dem "Agent" wegen des Mietvertrags treffen. Am Freitag soll ich mich auch noch kurz der ganzen Mannschaft bei TI vorstellen. Deshalb wird es zeitlich etwas kritisch. Da in Oslo gerade überall gebaut wurde, fahren die Trämle, Busse und T-Bane überall lang, nur nicht dort wo sie sollten! Morgen werde ich bei der Touristen-Information einen aktuellen Straßenplan erfragen. Gestern stand ich ja schon ne Stunde in Bruggata und habe auf den 12er gewartet, heute stand ich am Hafen und habe auf den 12er gewartet, dann kam eine 18, die zur 17 wurde und mit der ich direkt nach Hause fahren konnte. Nunja, weder die 18 noch die 17 fahren am Hafen entlang.
Ja, ihr habt richtig gelesen! Ich war heute am Hafen! Das hat mir heute das letzte "Willkommen in Norwegen" gegeben. Ich bin momentan zufrieden wie es läuft. Im Geschäft ist es gut, die Herberge ist auch gut (bis auf das Internet), ich habe eine Wohnung und viele kleine Helferche, die mich unterstützen. Als ich heute zur Herberge hochgelaufen bin, kam es mir schon fast normal vor. Ich werde mich hier schnell eingewöhnen.

Posted by stef_d 12:25 PM Archived in Norway Comments (0)

(Entries 1 - 5 of 7) Page [1] 2 » Next