A Travellerspoint blog

Nov 2007

Donnerstag, 15. November 2007

Online!

sunny -5 °C

Seit gestern hab ich Internet! Juhu! Das heißt, ich kann wieder chatten, skypen und emails lesen. Auch Radio hören geht endlich. Wie schnell man sich an all den Luxus gewöhnt, jetzt hab ich ihn wieder! Und alles war so einfach: Ich musste nicht einmal nach Hause als der Monteur kam. Mein WLAN habe ich am gleichen Abend noch gesichert, was gar nicht so einfach war. Bisher hatte ich nur englische Router konfiguriert, und hier war das komplette Menü auf Norwegisch. Wie das IP-Phone funktioniert, muss ich erst noch heraus-übersetzen. Das dürfte ich spätestens am Wochenende schaffen. Anrufen kann man mich schon, ich nehm nur nicht ab.
Rotaract habe ich diese Woche komplett abgesagt. Dienstag hatte ich zuviel zu tun und heute bin ich krank. Die Temperaturen liegen morgens bei -7 °C und tagsüber vielleicht bei -2 °C http://www.wetter.com/v2/?SID=&LANG=DE&LOC=7003&LOCFROM=0201&type=WMO&id=13&size=&requested_values%5B%5D=temp_c&start_d=12&start_m=11&start_y=2007&end_d=16&end_m=11&end_y=2007&local_utc=local&x=15&y=4 . Und das, wo meine ganzen Winterklamotten noch auf dem Weg hierher sind. Im Laufe des Tages hatte sich der Schnupfen angekündigt und bis heute um 15 Uhr hatte ich keine Taschentücher mehr. Grausam! Nach drei Tassen Milch mit Honig, Nasentropfen, dem Rest der Anginetten und aufgedrehter Heizung geht’s mir auch schon wieder besser. Morgen gibt’s deswegen vermutlich nen kurzen Arbeitstag. Ich brauch Schlaf. Wie gerne ich jetzt mein Bett hier hätte! Meine Sachen kommen aber vermutlich nächste Woche, wobei die amerikanische Firma nicht ganz Herr der Lage zu sein scheint. Heute kam eine Email, dass die dt. Spedition die Ware gestern abgeholt hat. Aber das war eigentlich letzten Freitag. Seltsam. Haben die vielleicht das gleiche Kommunikationssystem wie die CIA? Das hat doch im Irak schon nicht funktioniert.
Gestern sollte auch mein Fenster ausgetauscht werden – ja, das Stück Holz links am Fenster ist keine Wandverkleidung, das deckt das eingeschlagene Fenster ab – aber der Glaser hatte was vergessen. Er meinte nur, er habe ein Problem. Ich gucke ihn an, die Scherben, die noch im Rahmen hängen, den auf dem Boden liegenden Holzschutz und wieder ihn. Er müsse morgen wieder kommen. Aha, interessant, dachte ich nur. Ich hab ihn dann gefragt, ob ich den ganzen Tag zuhause bleiben soll? Das war aber nicht nötig, weil er das Stück Holz wieder dran machte. Puh, ich dachte schon! Heute hat er es auf jeden Fall eingebaut.

Posted by stef_d 10:49 AM Archived in Norway Comments (0)

Freitag, 9. November 2007

Super-Bowl

sunny 2 °C

Der erste „Social Event“ mit Kollegen begann im Hard Rock Cafe. Was ich hier auch gelernt habe, ist laut und deutlich zu sprechen und Sätze wie „Das gleiche bitte“ sind zu vermeiden. Statt einem normalen Bier habe ich einen Pitcher (1,5 Liter) bekommen. Ein deutscher Kollege, der für ein paar Tage in Oslo ist, hat auch diesen Pitcher bekommen. Alle versuche, das wieder rückgängig zu machen, schlugen fehl. Hach, dann mussten wir uns halt opfern. Zum Glück kam noch ein TIer, der mitgetrunken hat und zwei andere haben auch noch was abgenommen. Zum Glück auch preislich. Es ist kein Geheimnis, dass das HRC im vergleich zu ner Pizzabude nicht teurer ist. Es ist einfach allgemein teuer, Essen zu gehen. Beim Burger hab ich den Fehler nicht noch mal gemacht und lange und deutlich auf den Namen auf der Speisekarte gezeigt. Vielleicht sind auch nur meine Finger zu dick?! Ich weiß es nicht. Am Ende mussten wir schon auch Grinsen, weil die Bedienung wohl für alle eine Rechnung gemacht hatte, jeder aber nur für sich zahlte, hehe.
Das Bowling fand in einem echten Geheimtipp statt: „Gehe in diese Pizzeria, ganz bis hinten durch, durch die Türe und dann die Treppe hinunter.“ Ein Schild habe ich außen am Gebäude nicht gesehen, innen drin war aber voll. Es war ein enges Spiel in der vorderen Hälfte, doch ich konnte mich gegen drei andere durchsetzen. Am Ende haben uns ganze 7 Punkte getrennt. Ich fange an, das Spiel zu mögen, hehe.
Gestern wurden meine Sachen daheim von der Umzugsfirma abgeholt. Bis Ende nächster Woche sollte alles bei mir ankommen. Das wird ne stressige Woche! Internet, Telefon, Möbel, Sport, Rotaract, Einwanderungszeug… und zwischendurch arbeite ich noch. Langweilig wird es hier nie!

Posted by stef_d 4:23 AM Archived in Norway Comments (3)

Donnerstag, 8. November 2007

Schneller Norwegisch als geplant!

storm 2 °C

Manche haben es schon gemerkt: Ich lasse mit dem Email- und Tagebuchschreiben nach. Das hat ganz einfache Gründe: Ich werde gerade mit norwegischem Verwaltungskram bombardiert und ich fange an hier Fuß zu fassen.
Ersteres ist ein notwendiges Übel, das jeder kennt. Und egal welche Art von Vertrag (Bank, Händi, Versicherung, etc.) oder Infopost – alles ist auf Norwegisch. Bei der Bundeswehr lernt man ja wenigstens alles durchzulesen, was man unterschreibt, und bevor ich ner Versicherung alle Vollmachten an meinem nichtvorhandenen Vermögen gebe, versuche ich doch noch mit Wörterbuch und Internet die Texte zu übersetzen. Das braucht einfach Zeit, muss erledigt werden und hat gerade Vorrang. Tut mir Leid an alle, aber für solche Situationen ist ja mein Tagebuch da.
Das zweite freut mich besonders. Seit Montag nehme ich am Training in Kali Sikaran teil, was mir in Montréal schon viel Spaß gemacht hat. Montag hatten sie das Training extra wegen mir auf Englisch… wie peinlich! Doch seit gestern weiß ich auch was links und rechts heißt. Wenn man das nicht schnell kann, dann bekommt man auf genau der Seite nen blauen Fleck. Gestern war die ganze Trainingstruppe (über 20 Leute) nach dem Training zusammen etwas trinken. Die Kali-Gruppe macht das jeden ersten Mittwoch. Ich hab also den richtigen Zeitpunkt zum mitmachen erwischt! Bisher waren alle sehr interessiert an mir und ich werde wohl auch recht flott Norwegisch lernen, weil ja nur Norweger in der Gruppe sind.
Hinzu kommt noch, dass die Rotaract-Clubs in der letzten Woche recht emailfreudig geworden sind. Ja, der Kandidat hat 100 Punkte (bei 110 Punkten gibt’s nen Umzug, durchgeführt von amerikanischen Unternehmen): Die Emails sind auch alle auf Norwegisch. Da find ich es manchmal schon richtig witzig, wenn der deutsche Arbeitskollege vorbeikommt und sich entschuldigt, dass er die Einladung fürs Meeting auf Norwegisch geschrieben hat, hihi. Das sind ja die einfachen Dinge! Ich freu mich schon auf nächste Woche. Netzwerke sind einfach klasse; besser und einfacher werde ich hier auch nicht mehr Kontakt zu den Einheimischen bekommen.
Heute – ein besonderer Tag – *tusch* – habe ich meine Sozialversicherungsnummer bekommen! Das heißt, ich bin jetzt wirklich hier mit allem drum und dran! Ja, der Kandidat hat weitere 100 Punkte (och, Glück gehabt, die 110 verpasst): Das heißt Arbeit (Bankkonto ändern, Einwohnermeldeamt, etc.) Und ja, weitere 100 Punkte: alle Dokumente wieder auf Norwegisch. Es nimmt kein schnelles Ende, aber es ist wenigstens in Sicht. Diese Arbeit muss ich zum Glück nicht alleine machen, ich habe Hilfe von der Relocation Agency. Und ihr werdet es nicht glauben: Morgen werden meine Möbel daheim in Hogschür abgeholt. Ja! Innerhalb von einer Woche hat es die dt. Umzugsfirma geschafft alles zu organisieren. Vermutlich werden meine Sachen Anfang Dezember hier sein. Wie gerne hätte ich jetzt ein GPS-Gerät in meinen Sachen, damit ich die Ware verfolgen kann. 2000km in 3 Wochen – das ist weniger als Schrittgeschwindigkeit. Wo die die Sachen wohl noch überall hinfahren?
Achja, morgen geht’s mit Kollegen ins Hard Rock Cafe und anschließend bowlen. Also auch wieder nichts mit ruhigem Abend zuhause. Nicht, dass ich alt werde, aber ich habe heute festgestellt, dass es doch sehr anstrengend über einen längeren Zeitraum ist: ich rede fast nur Englisch, manchmal Deutsch, versuche immer beim Norwegisch mitzuhören, lese Nachrichten auf Englisch, Französisch und Deutsch und denke schon Englisch! Tagsüber die Arbeit und abends noch mal durch die norwegische Post. Der Kopf arbeitet halt die ganze Zeit. Deswegen mach ich hier auch Schluss und gönne meinem Kopf ne Pause.

Posted by stef_d 10:50 PM Archived in Norway Comments (2)

Wochenend-Shopping-Tour

Die spinnen, die Norweger...

sunny 5 °C

Den alten Schlager „Lass die Sonne in dein Herz“ hatten wohl auch die Entwickler von Philips im Kopf. Ich hab’s ja erst nicht geglaubt, aber man kann sich die Sonne ins Schlafzimmer holen. In Deutschland gibt’s Radiowecker, hier gibt’s Sonnenwecker. Ehrlich. Laut Werbung dafür wird das Licht dieser Lampe wie bei einem Sonnenaufgang angemacht. Das natürlich zur Weckzeit. Ob das etwas typisch Norwegisches ist? Ich weiß es nicht. Und bevor jemand die Hand streckt: Nein, ich bringe solche Antiwinterdepressionslampenwecker nicht mit ;o) So richtig norwegisch-dunkel ist es noch nicht. Seit der Zeitumstellung wird es zwar um 17 Uhr schon dunkel, dafür ist es um 7 Uhr morgens schon etwas heller. Mir ist die letzten Tage jedoch aufgefallen, dass die Sonne wirklich sehr niedrig steht. Die kommt über 20 Grad nicht hinaus, schätze ich. Die Bäume haben auch bald ihre Blätter verloren und der schöne Spätherbst von vor zwei Wochen ist auch vorbei. Jetzt wird es schon sehr viel kälter, wobei es eher eine feuchte Kälte ist. Gar nicht schön.
Seit letzter Woche hat es sich mit der Umzugsfirma auch gebessert. Wir waren denen einfach drei Schritte zu weit voraus. Sie hatte nicht damit gerechnet, die ganzen Informationen innerhalb von 24 Stunden zu bekommen und schon gar nicht, dass alles zuhause schon bereit steht. Mit etwas Glück wird es jetzt Anfang Dezember, bis meine Sachen hier sind.
Sonst kann ich nur noch sagen, dass ich mich mehr aufs Norwegischlernen konzentrieren möchte. Die letzten zwei Wochen hatte ich viel gearbeitet und die freien Tage für Weihnachten rausgeschufftet. Doch es kommen immer wieder die kleinen Fragen „How is your Norwegian“ bei Meetings und anderen kleinen Treffen. Da möchte ich bald darauf sagen können „Jeg forstår alt“.
Ein paar hab ich es ja schon gesagt: Ich kann mich an die Zahlen noch nicht gewöhnen. Ich konnte es noch nicht mit großen Zahlen und ich werde mich damit schwer tun. Ein Grund, warum ich Mikrosystemtechnik studiert habe: milli, mikro, pico… das ist so schön und handlich. Jedes Mal, wenn ich hier ein Burgermenü für 90,- oder Turnschuhe für 900,- sehe, wird mir schlecht. Es braucht noch etwas, bis ich mich an die Krönchen und den Umrechungskurs gewöhnt habe.

Posted by stef_d 10:30 AM Archived in Norway Comments (1)

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