Langsam bin ich echt schon froh, wenn ich einmal die Woche zum Schreiben komme. Am Anfang, als es gefühlt stressiger war als jetzt, bin ich zu mehr gekommen. Na, das liegt wohl an der Vorweihnachtszeit und daran, dass ich bald nach Hause fliege. Und mein Zimmer sieht aus wie Sau, weil ich nicht mehr zum Putzen komme. Der Reihe nach:
Montag und Mittwoch waren erstmal mit Sport verplant, wobei der Mittwochtermin wegen Hallenrenovierung ausgefallen ist. Nächsten Montag werde ich schließlich die Prüfung haben, sofern sie mich zulassen. Ich bin ja mittendrin eingestiegen und hab auch ein paar Mal gefehlt. Die Rangfolge im Kali ist zum Glück nicht so wichtig und da ich eh weitermache, werde ich eben die Prüfung nächste Woche oder irgendwann machen.
Montag war auch noch die Verleihung des Friedensnobelpreises. Die Verleihung war leider mitten am Tag und ich konnte nicht hingehen. Man hat zwar noch die Spuren gesehen, aber weder Al Gore noch den UN-Abgesandten konnte ich zu Gesicht bekommen. Übers Internet konnte ich die Pressekonferenz verfolgen, aber mehr war leider nicht drin.
Bus vor dem Grand Hotel:

... es standen noch 10 andere Fahrzeuge rum... so viel zu Umweltschutz :oP
Dienstag war dann der große norwegisch-kulturelle Tag. Die Neu-Norweger in der Firma waren von meinem Abteilungsleiter zum Lutefisk-Dinner eingeladen. Das ist eingelegter Fisch, der am Ende eine geleeartige bzw. gummiartige Konsistenz hat. Der Geschmack ist aber weit weg vom Autoreifen, hehe. Wir waren acht Leute aus der ganzen Welt und allen hat es geschmeckt. Zum Fisch werden Kartoffelfladen und Erbsenpüree gegessen oder Kartoffeln, Speck und Senf. Ich weiß nicht wie viel wir gegessen haben, aber der Chef hat sechs Kilo eingekauft. Als Nachtisch gab’s Crème Brulée, die er auch selbst gemacht hat. Grandios! Über Lutefisk findet ihr mehr unter http://de.wikipedia.org/wiki/Lutefisk.
Gestern hatten wir Spätzleabend. Jawohl, wir haben Spätzle gemacht. Gute alte kanadische Traditionen werden auch in Norwegen weitergeführt. Und wer waren wir? Die deutschen Mädels und ich, weil die anderen Jungs irgendwie keine Lust oder keinen Hunger hatten. Pech gehabt, denn es war richtig gut. Und die Küche sah nicht aus wie nach einer Schlacht. Den Mädels hat’s gefallen, mir hat’s geschmeckt und wir werden es auf jeden Fall wiederholen. Gestern war auch Santa-Lucia-Tag in Norwegen. Das ist eines der großen Events für Kinder. Sie ziehen sich weiß an, tragen Kerzen in Prozessionen durch die Stadt und singen das Santa-Lucia-Lied. Ich hab es leider nicht gehört, weil alles wieder vorbei war, bis ich aus dem Geschäft kam. Nächstes Jahr muss ich mir das unbedingt vormerken!
Was steht denn noch auf dem Programm? Die Weihnachtsfeier (julebord) von Rotaract hab ich sausen lassen, weil ich einfach mal nen Abend Ruhe brauchte. Viel geholfen hat es nicht, weil ich bis 19 Uhr im Geschäft war. Dann noch Einkaufen und schlussendlich war ich um 21 Uhr zuhause. So viel zu Ruhe. Auf jeden Fall kein „socializing“. Das ist auf Dauer anstrengend. Morgen geht’s aber zum Julebord von TI. Dafür muss ich mich richtig rausputzen, was an Norwegen und nicht an TI liegt. Ja, Weihnachtsfeier im Anzug und die Mädels wie auf nem Ballabend. Oslo ist in diesen Tag überdurchschnittlich schick angezogen, wenn man sich auf den Straßen umschaut. Wenn es doch nur nicht so kalt wäre!
Jetzt seh ich gerade, dass ich euch vom Weihnachtsmarkt (Julemarked) im norwegischen Volksmuseum noch gar nicht erzählt hatte. Letzten Samstag war ich dort und wir (ja, wieder ‚wir’) hatten sogar richtig Glück mit dem Wetter. Das Wetter ist seit Dienstag richtig eisig kalt geworden: um die -10 °C und sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Letzten Samstag war die Welt noch matschig, heute ist sie gefroren. Auf dem Weihnachtsmarkt hatten sie einen großen Weihnachtsbaum (juletre) und es wurde Kunsthandwerk, Mützen, Pullis, Schals, Kerzen (natürlich!) und ‚öbbis zum schnaike’ verkauft. Die Bilder sind hier unten.














Und das Kränzeln müssen die Norweger noch lernen. Das geht auf jeden Fall besser:





Hier sieht's auch nicht viel besser aus:

Wenn man auch die Lichterkette nimmt und die Zweige daran festbindet, kann es nix werden! ;o)

