A Travellerspoint blog

Oslo, Osterwoche

Hauptstadt ist verlassen

sunny 0 °C

Das ist jetzt echt kein Witz. Montag früh hatte ich wieder dieses „Wann war nochmal die Evakuierung?“-Gefühl. Und wieder kein Mustang zur Hand, Mist. Die T-Bane, Trikk und Busse fahren nicht mehr so oft, die Geschäfte schließen früher, es sind so gut wie keine Autos mehr unterwegs, im Geschäft sind die Hälfte der Büros leer und die Zeitung ist nicht mehr so voll. Norwegen hat kein Sommerloch (obwohl es wohl im Sommer ähnlich schlimm wird), Norwegen hat auch ein Osterloch. Das hängt hauptsächlich damit zusammen, dass wir Gründonnerstag auch frei haben. Die meisten Norweger nutzen das verlängerte Wochenende, indem sie zu ihren Hütten in die Wildnis fahren. Dort wird man jetzt wohl nicht mehr von unberührter Natur sprechen können. Gut, hier auch nicht, aber hier ist es auf jeden Fall ruhig. Man sollte allerdings nicht noch ein paar Kleinigkeiten am Mittwochabend einkaufen gehen. Hamsterkäufe sind auch in Norwegen beliebt. Der Supermarkt war heute bevölkerterer (?!) als die Straßen drumrum. Einige Norweger bekommen schon schwitzige Hände, wenn sie am Samstag vor 18 Uhr ihr Bier kaufen müssen. Wie fühlen die sich jetzt bei zwei freien Tagen?
Meine Planung für das lange Osterwochenende sieht nicht sehr umwerfend aus: Lesen, Computer ausmisten, Kino und vielleicht noch Langlaufen gehen. Ein kurzer Urlaub in Norwegen – in einer verlassenen Stadt.

Posted by stef_d 12:30 Archived in Norway Comments (0)

Oslo, Samstagmorgen

Hauptstadt schläft

sunny 4 °C

Ja, das ist kein Witz. Das erste Mal merkte ich es am Skisprung-Wochenende und jetzt am Biathlon-Wochenende auch. Gut, es kann natürlich an den Sportveranstaltungen liegen, aber das kann ich mir nicht vorstellen, weil sie erst am Nachmittag beginnen. Beide Male war ich gegen 10 Uhr in der Innenstadt – und ich sah nur eine Handvoll Leute. Wirklich! Eine Hauptstadt total verlassen. Ich hatte schon dieses „I am Legend“-Feeling und wollte mir den nächsten Mustang klauen und damit auf Rentierjagd zu gehen , aber ich bin doch zu gut erzogen. Und nen Mustang hab ich auch nicht grad gefunden. Deshalb war ich dann doch shoppen und fragte mich, ob ich eine Evakuierung verpasst habe. Gleicher Tag, gleicher Ort, nur drei Stunden später: Man kommt nirgends mehr durch. Die Norweger scheinen samstags wirklich erst auszuschlafen, in Ruhe zu frühstücken, und sonst noch was machen, damit sie die Stadt erst am Nachmittag belagern. Gut, wenn in Ruhe einkaufen gehen will.

Posted by stef_d 12:29 Archived in Norway Comments (0)

Bilder vom FIS Weltcup-Wochenende am Holmenkollen

overcast 2 °C

Am Morgen war die Schanze noch im Nebel. Es war nass und frisch
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Von der anderen Seite sah das Wetter auch nicht besser aus
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Dann ging es los mit dem Sprint der nord. Kombinierer. Manchmal sah es eher wie Wasserskifahren aus, so nass war es auf dem Schnee
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Nach langem Quängeln hab ich mich doch dazu duchringen lassen, dass der König mit mir auf ein Foto darf
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Die Siegerehrung der Gesamtwertung - "Halt die Kugel mal hoch, Ronny!"
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Und Deutschland hat alle anderen Nationen in den Schatten gestellt in der Länderwertung:
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Pünktlich zum Skispringen wird es schöner
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Der Ausgang für die Skispringer - alles sehr nahe am Publikum
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Die Siegerehrung auf der Tribüne
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Posted by stef_d 12:17 Archived in Norway Comments (0)

Das letzte Mal

Skispringen und nord. Kombination am Holmenkollen

overcast 2 °C

Es war lange angekündigt und alle haben darauf gewartet: Das letzte Skispringen auf der alten Schanze. Und wie alle Norweger ebenfalls erwartet hatten, war es neblig. Und nass. Und wir hatten keinen Schnee. Sind doch klasse Bedingungen! Davon habe ich mich aber nicht abbringen lassen. Ich hab noch etwas Austauschstudentenblut in mir drin und muss deshalb (fast) alles mitmachen.
Am Sonntagvormittag hatten die Kombinierer ihren Sprint. Es waren (un)massig Leute auf den Tribünen, weil alle bei dem super Wetter andere Dinge im Kopf hatten als Zuschauer zu sein. Das tat der Stimmung aber nichts ab. Es war manchmal so still wie in der Kirche – es war Sonntag. Naja, Norweger können schon richtige Stimmungskanonen sein. Wir haben zumindest gejubelt, als Ronny Ackermann an uns vorbeizog. Gewonnen hat zum Glück ein Norweger vor einem Österreicher und Ackermann hat sein Platz doch für den Gesamtsieg gereicht. Es war ja echt ein Wunder, dass sie überhaupt laufen konnten. Es hat eigentlich nirgends mehr Schnee. Der Schnee für die Loipe wurde extra angefahren, doch bei den warmen Temperaturen war es stellenweise wie Wasserskifahren.
Danach ging es zum Block F im Zuschauerraum der Schanze. Pünktlich zum ersten Sprung verschwand der Nebel und es war blauer Himmel und Sonne zu sehen. Um uns herum waren so viele Polen, dass die sehr wenigen deutschen Flaggen so gut wie untergingen. Von den schwierigen Verhältnissen oben am Schanzentisch und ganz oben am Turm bekam man unten so gut wie nichts mit. Der Sprecher hat zwar auf Norwegisch, Deutsch und Englisch alle Informationen weitergegeben, aber ab und zu wunderten wir uns, warum die Springer so lange brauchten. Leider konnten wir auch hier nicht über einen deutschen Sieg jubeln, aber immerhin waren einige Norweger vorne.
Zurück ging es im Pulk mit allen anderen. Es gab zusätzliche T-Bane, die extra für die Zuschauer eingesetzt worden sind. Das hieß aber nicht, dass wir viel Platz hatten. Besonders interessant waren die zusätzlich aufgestellten Fahrkartenhäuschen, wo die Masse die Rückfahrkarten kaufen konnten. Wir hatten mit den Monatstickets zumindest hier einen kleinen Vorteil.

Posted by stef_d 12:11 Archived in Norway Comments (0)

Hemsedal-Skiwochenende

Snowboarden in Groß

overcast -4 °C

Das letzte Wochenende war wieder sportlich. Die Firma hatte ein Skiwochenende in Hemsedal organisiert. Natürlich hat man mir im November schon empfohlen, mich dafür anzumelden, doch ich habe es erst im Januar gewagt. Hemsedal liegt etwa 4 Stunden von Oslo entfernt und das Skigebiet auf bis zu 1400m. Wir hatten also Schneegarantie!
Freitag nach der Arbeit verließ der Bus mit über 40 TIern Forskingsparken und landete keine 5 Minuten später im Freitagnachmittagsverkehr. Zu Fuß wären wir bestimmt schneller gewesen, aber es war so viel bequemer. Bei einem Zwischenstop fürs Abendessen musste meine Hütte noch einkaufen. Wir waren auf Hütten untergebracht und ich habe am Donnerstag auf der Liste gesehen, dass ich der Hüttenchef bin. Gut, ich war zwar noch nie da, hab keine Ahnung was man da so vorfindet, aber macht mich mal zum Hüttenchef. Als nächstes wollte ich meine Hüttenbewohner um Rat fragen, doch die waren entweder in Meetings, auf Geschäftsreise, im Urlaub oder sonst wo. Das heißt, ich hatte am Freitag nicht einmal das ganze Geld um einkaufen zu gehen. Also waren wir an besagtem Stop zum Abendessen noch Einkaufen. Unter „Hütte“ verstehen die Norweger auch was anderes, als man es sich so als Deutscher vorstellt. Die Hütten waren sehr modern, mit Fussbodenheizung, Holzofen und einer super Sicht auf die Skihänge. War echt klasse. Abends gab's noch ne kleine Einstimmungsfeier in einer der anderen Hütten. Wir hatten insgesamt vier Stück gebucht.
Samstags ging es dann früh auf die Piste. Ich hatte ein Snowboard für Samstag und Sonntag gemietet und auch eine Liftkarte für beide Tage. Samstag hatten wir Neuschnee und es war echt einfach zu fahren. Meine neuseeländische Trainerin hatte gar nicht viel zu tun. Zumindest sagte sie das immer. Nach dem einen Tag hatte ich auch den Dreh raus und es ging schon ganz flott von den Bergen runter – für den 3. Tag auf einem Snowboard! Das gute an Hemsedal im Vergleich zu Tryvann sind einmal die guten Abfahrten und man kann wirklich eine halbe Stunde fahren, ohne wieder nach oben zu müssen. Das hat man in Tryvann nicht so ohne weiteres. Ich bekam auf jeden Fall mehr Gefühl fürs Snowboarden und bin weniger Lift gefahren als hier in Oslo ;o)
Après-Ski heißt in Norwegen After-Ski und das fängt spätestens um 16 Uhr an, weil dann die Lifte schließen. Naja, viel sag ich nicht, nur dass die Norweger wissen, wie man Parties macht ;o) Etwas ungewöhnlich ist auch, dass um 19 Uhr das Licht angeht und die Party vorbei ist. Das ist hier halt anders. Die meisten sind wieder zurück auf die Hütte, um endlich was zu essen. Es waren seit dem Mittagessen ja ein paar Stunden ins Land gezogen.
Nach dem Essen sollte es auf einer der Hütten noch weiter gefeiert werden. Ja, das ist komisch: Skifahren, Party, Essen, Party. Es kam wie es kommen musste: Wir waren zu langsam auf meiner Hütten und es dauerte nicht lange, da standen alle bei uns in der Hütte zum Feiern. Lange standen die aber nicht, weil sie zu müde vom Skifahren waren. Das Essen und die Wärme in der Hütte haben den meisten noch den Rest gegeben. Es war ein ruhiger und gemütlicher Abend, hehe.
Der Sonntag hat schwieriger begonnen. Nein, nicht wegen zuviel Alkohol, aber wir mussten zum Frühstück noch die Reste des gemütlichen Abends wegräumen. Das Snowboarden danach war wieder gewöhnungsbedürftig, weil die Abfahrten präpariert worden sind. Es war glatter und rutschiger. Gegen Mittag hatte sich das jedoch schon wieder gegeben. Was mir zu schaffen gemacht hat, waren die Winde oben auf den Bergen. Der Schnee wurde aufgewirbelt und ohne Brille konnte man fast nichts sehen. Manche Abfahrten waren auch nicht wirklich für Snowboarder gemacht. Wir mussten einmal bestimmt 20 Minuten laufen, bis wir wieder an einen Hang gekommen sind. Das kommt davon, wenn man einmal im Schneegestöber falsch abbiegt. Nach 4 Tagen Snowboard kann ich Kurven fahren, bremsen, ich habe Kontrolle über das was ich tue, ich hab mich sogar auf ne kleinere (okay, es war eine sehr breite) Schanze getraut und nen kleinen Hopser ohne Hinfallen hinbekommen, ich fahre auch blaue und teilweise rote Abfahrten runter und es macht einfach Spaß. Das nenne ich ne gute Bilanz!
Alles in Allem also ein super Wochenende. Jetzt mach ich mich auf die Suche nach einem eigenen Snowboard. Und einer Skibrille. Und einem dickeren Halstuch. Dann brauch ich noch Schienbeinschoner fürs Kali... Wann gibt’s nochmal Lohnerhöhung?

Posted by stef_d 12:50 Archived in Norway Comments (0)

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