A Travellerspoint blog

Wochenend-Shopping-Tour

Die spinnen, die Norweger...

sunny 5 °C

Den alten Schlager „Lass die Sonne in dein Herz“ hatten wohl auch die Entwickler von Philips im Kopf. Ich hab’s ja erst nicht geglaubt, aber man kann sich die Sonne ins Schlafzimmer holen. In Deutschland gibt’s Radiowecker, hier gibt’s Sonnenwecker. Ehrlich. Laut Werbung dafür wird das Licht dieser Lampe wie bei einem Sonnenaufgang angemacht. Das natürlich zur Weckzeit. Ob das etwas typisch Norwegisches ist? Ich weiß es nicht. Und bevor jemand die Hand streckt: Nein, ich bringe solche Antiwinterdepressionslampenwecker nicht mit ;o) So richtig norwegisch-dunkel ist es noch nicht. Seit der Zeitumstellung wird es zwar um 17 Uhr schon dunkel, dafür ist es um 7 Uhr morgens schon etwas heller. Mir ist die letzten Tage jedoch aufgefallen, dass die Sonne wirklich sehr niedrig steht. Die kommt über 20 Grad nicht hinaus, schätze ich. Die Bäume haben auch bald ihre Blätter verloren und der schöne Spätherbst von vor zwei Wochen ist auch vorbei. Jetzt wird es schon sehr viel kälter, wobei es eher eine feuchte Kälte ist. Gar nicht schön.
Seit letzter Woche hat es sich mit der Umzugsfirma auch gebessert. Wir waren denen einfach drei Schritte zu weit voraus. Sie hatte nicht damit gerechnet, die ganzen Informationen innerhalb von 24 Stunden zu bekommen und schon gar nicht, dass alles zuhause schon bereit steht. Mit etwas Glück wird es jetzt Anfang Dezember, bis meine Sachen hier sind.
Sonst kann ich nur noch sagen, dass ich mich mehr aufs Norwegischlernen konzentrieren möchte. Die letzten zwei Wochen hatte ich viel gearbeitet und die freien Tage für Weihnachten rausgeschufftet. Doch es kommen immer wieder die kleinen Fragen „How is your Norwegian“ bei Meetings und anderen kleinen Treffen. Da möchte ich bald darauf sagen können „Jeg forstår alt“.
Ein paar hab ich es ja schon gesagt: Ich kann mich an die Zahlen noch nicht gewöhnen. Ich konnte es noch nicht mit großen Zahlen und ich werde mich damit schwer tun. Ein Grund, warum ich Mikrosystemtechnik studiert habe: milli, mikro, pico… das ist so schön und handlich. Jedes Mal, wenn ich hier ein Burgermenü für 90,- oder Turnschuhe für 900,- sehe, wird mir schlecht. Es braucht noch etwas, bis ich mich an die Krönchen und den Umrechungskurs gewöhnt habe.

Posted by stef_d 10:30 AM Archived in Norway Comments (1)

Dienstag, 30. Oktober 2007

Schokokekse und Cappuccino

sunny

Beides brauchte ich heute Nachmittag. Nachdem ich die Arbeit von Freitag und Montag vernichtet hatte, musste ich mir Glücksgefühle anfuttern. Aber es war nicht nur wegen der Arbeit nötig, sondern auch wegen des Umzugs. Heute früh hatte ich von der Umzugsfirma – ich erwähne jetzt mal nicht, dass es sich um North American International handelt – bescheid bekommen. Glücksgefühle hatte ich dann schon, nur nicht lange. Ich hatte schon damit gerechnet, dass ich die Papiere zum Hundertsten Mal schicken muss, obwohl vermutlich bald ganz Texas Instruments und alle möglichen Relocation Agencies eine Kopie von meinem Pass haben. Mich hat aber doch die Lieferzeit von 6 bis 8 Wochen geschockt. Das ist nicht die Bearbeitungszeit, nein, das soll die Lieferzeit von Tür zu Tür sein. In der Zeit laufe ich von Herrischried nach Oslo. Hm, hoffentlich bringen sie meine Sachen nicht nach dem 22. Dezember, weil ich dann für ne Woche nach Hause fliege. Aber hey, ist es nicht jeder manns Traum ein viertel Jahr nach Norwegen zu gehen, auf ner Luftmatratze im Schlafsack zu schlafen, Pappteller und Plastikbecher zu haben und eine Garnitur Kleider? Für manche ist so ein Camping-Urlaub das höchste. Ich hab wenigstens noch ne Heizung und vier Wände um mich drumrum.
Im Spiegel gibt es übrigens einen netten Bericht übers Auswandern: http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,503206,00.html. Den Auswanderern dort geht es ähnlich wie mir: Wenn interessante Angebote aus dem Ausland locken (nicht nur finanziell!), dann hat man es heute sehr einfach ins Ausland zu gehen.

Posted by stef_d 12:15 PM Archived in Norway Comments (1)

Freitag, 26. Oktober 2007

Wochenende und Weihnachtsplanung

sunny

So schnell geht wieder eine Woche rum. Die Zeit fliegt hier regelrecht. Das merke ich nicht nur an den Freitagslunches des Betriebs, sondern auch, dass man sich langsam über den Rückflug an Weihnachten Gedanken machen sollte. Da ich nur eine Woche zuhause sein werde, genau vom Wochenende vor Weihnachten bis zum 1. Januar, wird es schwierig sein, einen Flug zu bekommen. Entweder ich bin zu doof, oder die Suchmaschinen sind einfach nur blöde. Angezeigte Flüge werden auf einmal teurer, wenn man sie auswählt, dann verschwinden die Flüge von einer Suche auf die nächste und am nächsten Tag sind sie wieder da. Hach, wie ich das Informationszeitalter liebe! Wirklich viel schiefgehen kann ja nicht bei einem Flug von Oslo aus, weil hier nur eine handvoll Fluglinien in den Südwesten fliegen. Basel ist soweit ab vom Schuss, dass man oft sogar dreimal umsteigen muss (das muss man nicht mal mit der Bahn...) und so bleibt nur Zürich. Die nächsten Tage wird sich genaueres ergeben und ich werde spätestens nächste Woche buchen. Die Überstunden für den Urlaub habe ich schon fast zusammen.
Und so wie der Flieger geht auch der CPW-Index nach oben. Ja, es gab wieder was kleines zu feiern! Die Neuseeländerin und ich haben uns eins gegrinst und haben uns über den CPW von 0,8 gefreut.
Heute habe ich Internet mit IP-Telefon beantragt. Jetzt kann es also nur noch Wochen dauern, bis ich erreichbar bin. Sollen wir wetten abschliessen, ob zuerst das Telefon oder die Umzugsfirma kommt? ;o)
Und wie es immer ist: pünktlich zum Wochenende wird das Wetter schlechter.

Posted by stef_d 11:21 AM Archived in Norway Comments (0)

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Norweger feiern gerne

sunny

Der CPW-Index (Champaign per week) der Neuseeländerin und mir ist ziemlich in den Keller gesackt. Wir hatten die ersten zwei Wochen einen von 1,0 (also pro Woche einmal Sekt – siehe ältere Beiträge), doch jetzt sind wir in Woche 5 und er ist auf 0,4 gesunken. Da diese Talfahrt nicht länger andauern kann, wurde heute nach der Arbeit eine kleine Feier von der oberen Etage gegeben. Man könnte es auch das „Wie bekomme ich 60 Leute auf 15m²“-Experiment nennen. Die Kaffeeecke muss unbedingt erweitert werden! Auf das Miteinander wird sehr viel Wert gelegt und ich fühle mich schon nach 5 Wochen richtig aufgenommen, sieht man von der Sprache ab. Das bekomme ich auch noch hin. Die Happy Hour wurde schließlich zu zwei Hours. Und urplötzlich… waren alle weg. Wie wenn jemand ein Knopf gedrückt oder nen Schalter umgelegt hatte, waren nur noch fünf Leute in der Kaffeeecke. Was rad die Flucht nach vorne, wenn hinten aufgeräumt werden muss? Gut, aufgeräumt haben wir, aber es war schon komisch. Andere Länder, andere Sitten. Und jetzt ist der CPW auf 0,6 gestiegen!
Apropos andere Länder. Wenn ich abends hier an meinem Laptop dieses Tagebuch oder auch Emails vorschreibe, dann verwechsele ich immer das y und das z (jetzt wollte ich es auch gerade andersrum schreiben). Die norwegische Tastatur ist in dieser Hinsicht wie die englische, aber dann gibt es natürlich noch die drei norwegischen Sonderbuchstaben ø, æ, und å. Die ersten Tage ging das Schreiben schon ganz gut, aber jetzt gewöhne ich mich schon zu sehr an die andere Tastatur.

Posted by stef_d 10:59 AM Archived in Norway Comments (0)

Dienstag, 23. Oktober 2007

Ich darf bleiben!

sunny

Das Tagezählen lasse ich ab jetzt, weil es jetzt die nächsten 5 Jahre weitergehen könnte. Und wen es interessiert, kann ja Excel nutzen. Seit heute habe ich die Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis bis 2012. Eigentlich wollte ich mit meiner Beraterin von Oslo Relocation nur die Steuerkarte beantragen, doch dann war glücklicherweise das andere auch schon fertig. Damit konnte ich gleich die echte norwegische ID-Nummer beantragen. Bis Ende nächster Woche sollten beide bei mir sein. Dann heißt es wieder auf die Bank gehen und mein Konto ändern, weil das mit der neuen ID-Nummer nicht mehr funktioniert. Ich hätte doch die Wanderschuhe von zuhause mitnehmen sollen. Trotz allem habe ich am Montag doch etwas geschwitzt, weil manche Fahrmanöver meiner Helferin doch recht abenteuerlich waren. Ich wusste auch nicht, dass man mit nem X3 Diesel im vierten Gang anfahren kann. Das Getriebe und die Kupplung taten mir bei der Rückkehr richtig leid. Da soll noch mal einer sagen, dass die Bayern keine Qualitätsware herstellen. Sollten die restlichen Formalitäten auch klappen, dann bin habe ich alles nach knapp 7 Wochen hinter mich gebracht. Das wäre sehr viel besser als erwartet. Naja, aber man soll den Tag nicht vor dem Abend usw.
Ich bin heute Bote guter Nachrichten, stelle ich gerade fest. Seit gestern darf man das Wasser auch wieder trinken. Die Giardia-Parasiten waren nur in kurzen Zeitintervallen in überdurchschnittlicher Anzahl in den Wasserproben vorgekommen. Die letzten Tage zeigten die Proben normale bis gar keine Anzahlen mehr.
So, wenn die Umzugsfirma noch in die Gänge kommen würde, dann könnte ich mich hier bald viel wohler fühlen. Das Abenteuer an sich ist wegen des geregelten Arbeitstags etwas weg. Übrig geblieben sind noch die Luftmatratze und der Schlafsack.

Posted by stef_d 10:59 AM Archived in Norway Comments (0)

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