A Travellerspoint blog

6. Oktober 2008

Das Date mit Katie

sunny 12 °C

Es war DER Tag schlechthin. Silvio und ich haben die ganze Woche Katies Lieder geübt, damit wir mitgrölen konnten. Nach der Arbeit haben Silvio und ich uns herausgeputzt und standen kurz vor halb 8 in der Schlange vor der Sentrum Scene und warteten darauf, dass sich die Türen öffneten, die uns näher zu „unserer Katie“ brachten. In den Konzertraum passen ca. 1400 Zuschauer und somit war es ein recht gemütliches Konzert. Ja, Katie tritt mal in nem Konzertraum auf und nicht am Boden einer Erdölbohrinseln, wenn sie in Norwegen ist. Was für ein Novum. Und ich bin dabei, hehe. Das Publikum war wirklich durchgemischt. Die Teeni-Göre war dabei, wie auch Leute in Turnschuhen und durchgewetzten Jeans, aber auch die edel angezogenen alten Herrschaften. Jedes Alter, jede „Klasse“. Ich wäre also mit meinem „Rock am See“-T-Shirt gar nicht aufgefallen. Wieso hatte man mit davon abgebracht, das anzuziehen? ;o) Es war dem Publikum gemäß auch kein großes Gedränge, keine Schlägerei war zu erwarten und der Alkoholkonsum war nicht sehr ausfallend.
Bevor Katie die Bühne betrat, sang Andrea McEvan, die mit Katie auf Tour ist. Katies Konzert selbst war ein Traum. Viele dachten, man schläft nach den ersten 10 Minuten ein, aber das war nicht der Fall. Ich bekam Gänsehaut auf der Gänsehaut und war völlig fasziniert von der Stimme. Okay... auch von der Frau. Manchmal glaube ich, man hat ihr bei der Geburt ne Box und nen Verstärker eingebaut. Zu der guten Stimme und den sehr guten Lichteffekten ging die kleine bei ein paar Liedern ab wie'n Schnitzel. Soviel zu langweiliger und einschläfernder Musik! Hach... es geht wohl viel zu lange, bis sie wieder nach Oslo kommt.

Posted by stef_d 13:22 Archived in Norway Comments (0)

3. - 5. Oktober 2008

Ab durch die Hecke und in den Wald

snow -2 °C

Mit meinem Geburtstagsbesuch Toni und meinen „Norwegen-Reiseführern“ Terje und Steffi gings auf die Hütte bei Fagernes. Oder Valdres. Da halt so im Wald da im Norden. Dieses Mal versuche ich auch keinerlei Ironie in meinen Text zu verbauen, weil man mir sonst wieder nachsagt, es höre sich an, als ob es mir nicht gefallen habe, hehe.
Es ging am Freitagabend wieder mit dem Leihauto los. Da kein Schnee lag konnten wir zu Fuss zur Hütte laufen und brauchten nicht wieder auf Langlaufskier ausweichen. Das heißt auch, dass vieles einfacher war: Keine klobigen Winterklamotten, man musste nicht alles in den Rucksack verpacken und man ging auch sicherer. Das Wetter spielte ja nicht wirklich mit, weil es regnete und bewölkt gewesen ist. Das brachte unsere Wanderpläne für Samstag auch durcheinander. Aus diesem Grund gingen wir nur ein paar Minuten und erstiegen den „Ranheimstoppen“ (oder so ähnlich). Das musste bei den widrigen Wetterbedingungen genügen. Als wir wieder an der Hütte waren, wurde es besser. Natürlich! Aber wir wollten nicht noch einmal los, weil auch noch Holz noch gesägt und gespalten werden musste. Als Terje und ich damit fertig waren, fing es an zu regnen. Und es hörte nicht mehr auf. Zum Abendessen gabs fårikål (Lamm im Kohl), also etwas urtypisch norwegisches. Es hat richtig gut geschmeckt nach dem Tag im Wald! Hausmannskost eben. Nach dem Abendessen so um 22 Uhr ging der Regen in Schnee über. Ja: Schnee Anfang Oktober! Am nächsten Morgen hatten wir um die 15cm pulverigen Neuschnee. Das Leihauto hatte – weil aus Oslo – noch Sommerreifen drauf. Juhu! Wir mussten also dem Autolein Schneeketten anziehen, damit wir überhaupt noch den Berg an die Hauptstraße hochgekommen sind. Es ging aber ohne Unfall oder Komplikationen zurück nach Oslo. Es dauerte nur etwas länger, weil an dem Wochenende die Herbstferien zu Ende gingen und sowohl die Urlauber, die Wochenendhüttenbewohner und wir nach Oslo wollten.

Posted by stef_d 13:21 Archived in Norway Comments (0)

28. September 2008

Und noch einmal Geburtstag

sunny 15 °C

Nach dem Norwegen-Jahrestag kam der eigentliche Geburtstag. Da der am Sonntag war, feierten wir von Samstag auf Sonntag rein. Eingeladen habe ich nicht. Ich bin Ingenieur und kein Scheich aus Dubai – und außerdem verlernt man das „Einladen“ in Norwegen recht schnell, hehe. Abendessen gab's in einer Tapasbar im Stadtzentrum. Wir schlugen uns den Bauch mit Fleischbällchen, Kartoffeln, Garnelen, Gemüse und anderen Köstlichkeiten voll, bevor wir weiterzogen. Wir fielen ins Onkel Donald ein, wo wir den Rest des Abends verbrachten. Punkt Mitternacht wurde ich reich beschenkt. Bei einem musste ich besonders Schmunzeln: Eine Karte fürs Konzert mit Katie Melua. Wie lange haben Silvio und ich davon geschwärmt und darüber geredet und jetzt, kurz bevor ich die Karte selbst gekauft hätte, bekam ich sie geschenkt. Wie lustig!
An dem Abend konnte man (wieder einmal) wunderschön beobachten, wie sehr sich Leute mit Alkohol abschießen können. Und wie wenig peinlich es diesen Leuten ist. Keine Angst, das war niemand von uns! Nachdem das Pärchen am Tisch neben uns weggewankt ist, setzte sich ein anderes Pärchen hin, das sich eine Flasche Sekt bestellte. Wir wissen bis heute nicht warum, aber nachdem sie sich ein Glas eingeschenkt hatten und einmal kurz am Gas genippt hatten, schenkten sie uns die Flasche Sekt. Und es war sogar richtiger Champagner! Ich habe bisher noch nie an meinem Geburtstag mit Schampus angestoßen. Es gibt Dinge, die passieren einem nur in Oslo.

Posted by stef_d 13:20 Archived in Norway Comments (0)

24. September 2008

Geburtstag!

sunny 15 °C

Geschenke! ... könnt ihr auch erst zum eigentlichen Geburtstag am Sonntag schicken, aber ich nehm immer welche an, hehe. Dieses Mal meine ich mit Geburtstag was anderes. Heute vor einem Jahr, fast zur selben Zeit, saß ich der Jugendherberge von Oslo und war total aufgeregt, weil mein neues leben XXL begann. Was soll ich sagen? Statt XL trage ich mittlerweile L, hab ein paar Kilo abgenommen und fühle mich echt gut. Soviel zu „XXL“, hehe. Eins hatte der Tag auf jeden Fall mit dem ersten gemein: Ich hab geschwitzt wie blöd. Das Kali-Sikaran-Training war heute wieder besonders hart, aber zumindest musste ich keine Taschen schleppen.
Es ist einfach komisch. Das erste Jahr ist so schnell vorbeigegangen, ich hab so viel erlebt und es steht noch soviel auf meiner Liste. Eigentlich habe ich noch gar nichts von Norwegen gesehen. Ich war weder in Bergen, noch Trondheim oder Stavanger. Dafür hab ich anderes erreicht. Anfangs dachte ich, es wäre schwer nach dem Sommer Norwegisch so weit zu sprechen, dass ich mich ohne ein Wörterbuch durchschlagen kann. Aber es ist möglich. Zumindest nicken die Norweger immer ganz lieb und tun so, als ob sie mich verstehen würden, hehe. Nett, gell?
Gefeiert habe ich nicht wirklich. Alltag war angesagt: Arbeit und anschließend ins Training. Ein kleines Bierchen und mein Norwegenlied mussten zum Feiern heute reichen. Am Wochenende wird dafür gefeiert. Da dann doppelt, weil ich ja Geburtstag habe. Das ist so komisch: Den letzten Geburtstag hab ich alleine hier verbracht und jetzt wohne ich hier. Ach, ich bin immer noch überzeugt, dass es richtig war. Es hat viel Kraft gekostet und ohne die Unterstützung von daheim hätte ich es nicht geschafft. Aber ich bin glücklich – und jetzt auch wieder geduscht.
Ich komm mir auch etwas wie in einer Wiederholung vor. Der Oslo-Marathon steht (wieder) an, ich sehe die gleichen Plakate übers „World Music Festival“ und „Film Fra Sør“. Nur ich spiele jetzt eine andere Rolle. Tja, Rollenspieler eben, hehe.

Posted by stef_d 13:20 Archived in Norway Comments (0)

19. bis 21. September

Echte Vikinger

sunny 15 °C

Bruce Lee als Vorbild und als Lehrer. Richard Bustillo war sein Schüler und wir hatten die Möglichkeit von ihm in Kristiansand trainiert zu werden. Da habe ich mich natürlich angemeldet. Wann sonst bekommt man noch eine solche Möglichkeit?
Freitag nach der Arbeit konnte ich mit einem anderen aus dem Osloer Club mitfahren. Fast 5 Stunden Fahrtzeit, die aber in einem A6 sehr gut rumgehen. Das Navigationssystem war witzig, weil es nicht aktuell war! Wir sind durch Wälder gefahren, durch Berge und querfeldein – natürlich nur auf dem GPS. Wir haben über alles mögliche Gequatscht auf der Fahrt (auf Norwegisch!), ich hab die Anatomie gelernt (damit ich beim Training sagen kann, wo es mir weh tut *g*) und zum Schluss habe ich festgestellt, dass Richard Bustillo als Ami gar kein Norwegisch kann. Gut, es war Freitag. Das entschuldigt es etwas.
Nachts um 23 Uhr war ich im Trainingscenter, wo ich umsonst schlafen konnte. Mein Kollege ist in das Hotel gefahren, das vom Verein empfohlen wurde. Mit mir war noch einer aus Sandefjord in der Halle und zwei Mädels aus Bergen. Am Samstag hatten wir Training von 10 Uhr bis fast 16 Uhr. Anschließend konnten wir uns Kristiansand ansehen. Abends war ein Essen in einem Restaurant geplant, wo ein Mitglied des Kampfsportcenters Chefkoch ist. Zufällig natürlich. Das Restaurant gehörte zum Hotel, das der Club empfohlen hat. Zufällig natürlich. Das Essen war sehr gut und auch günstig! Anschließend sind wir in den Club im Hotel gegangen. Wir hatten einige unter 23 dabei, aber die Kristiansander Kampfsportler konnten alle reinbringen, weil die Türsteher auch im Trainingscenter trainierten. Zufällig natürlich. Auf jeden Fall konnte man sich sicher fühlen, hehe. Irgendwann um 3 Uhr oder so waren wir vier wieder im Trainingscenter. Am Sonntag ging es um 11 Uhr schon wieder los und die erste Session in Muay Thai Kickboxen war heftig. Oder lag es am Alkohol? Ich bin mir nicht mehr so sicher. Aber es sahen alle nach der Session fix und fertig aus. Stockkampf hat das ganze abgerundet und wir sind dann wieder nach Hause gefahren.
Auf der Heimfahrt habe ich schließlich den angekündigten Spezial-Norwegisch-Kurs bekommen. Das waren die Sachen, die man in keinem Norwegisch-Kurs lernt. Leider hab ich schon wieder viel vergessen.

Posted by stef_d 13:19 Archived in Norway Comments (0)

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